Was ist MBCT und was der Unterschied zu MBSR?

Was ist MBCT und was der Unterschied zu MBSR?

Mit der Mindfulness Based Stress Reduction, kurz MBSR, wurde bereits vor vielen Jahren eine Stressbewältigungsmethode mit großen Erfolgen ins Leben gerufen. Auf dieser Methode aufbauend folgte einige Jahre später das sogenannte MBCT, was für v steht. Auch in diesem Fall handelt es sich um ein anerkanntes Verfahren, mit welchem die eigenen Gefühle und der Geist geschult werden können. Doch was genau ist der MBSR MBCT Unterschied? Diese Frage wollen wir im Folgenden beantworten und uns natürlich noch einmal ansehen, wie genau beide Ansätze funktionieren.

Was ist MBCT?

Wie schon erwähnt, ist das MBCT der MBSR sehr ähnlich. Nicht ohne Grund. MBCT wurde in den 90er Jahren von den Psychotherapieforschern Zindel Segal und John Teasadale ins Leben gerufen. Diese bezogen sich in vielerlei Hinsicht auf den Ansatz aus der MBSR, welche bereits rund zehn Jahre zuvor entwickelt worden war. Im Detail werden beim MBCT die wichtigsten Elemente aus dem MBSR übernommen und mit verschiedenen Techniken der kognitiven Verhaltenstherapie erweitert. Genau wie MBSR, wird auch MBCT als achtwöchiger MBCT Kurs angeboten. Teilnehmer lernen hier verschiedene Achtsamkeitsübungen kennen und erfahren, wie die Achtsamkeit im Alltag geschult werden kann. Darüber hinaus spielen aber auch grundlegende Informationen zum Thema Depression eine Rolle, welche dann mit den Übungen und Techniken der kognitiven Verhaltenstherapie ergänzt werden. Die kognitive Verhaltenstherapie wurde bereits in den 50er Jahren entwickelt und ist eine spezielle Form der Verhaltenstherapie, welche sich auf die sogenannten Kognitionen bezieht. Kognitionen bezeichnen die Gedanken, Überzeugungen, Bewertungen und Einstellungen der Menschen.

Genau wie MBSR, kann MBCT im Prinzip von jedem Menschen angewendet werden. Allerdings richtet sich dieses Programm speziell an Personen, die bereits eine oder mehrere depressive Erfahrungen gesammelt haben. Akut depressiv sollten die Teilnehmer allerdings nicht sein. Durch das MBCT Training wird angestrebt, das Rückfallrisiko für Patienten mit depressiven Phasen zu verringern. Das hilft Betroffenen enorm, da sich diese einem Rückfall in die Depression oftmals schutzlos ausgesetzt fühlen. Mit Hilfe der Mindfulness Based Cognitive Therapy wird also auch für einen optimistischeren Blick in die Zukunft gesorgt.

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Sinnvollere Alternative für die meisten Menschen: MBSR

Da es sich bei MBCT Therapie um einen speziellen Ansatz für Personen mit einer depressiven Vorgeschichte handelt, stellt sich MBSR in vielen Fällen als sinnvollere Alternative heraus. Bei der Mindfulness Based Stress Reduction handelt es sich wie erwähnt um eine Stressbewältigungsmethode, welche bereits in den 1970er Jahren in den USA entwickelt wurde. Als „Ziehvater“ dieses Ansatzes gilt John Kabat-Zinn, der vornehmlich eine Hilfe für chronisch erkrankte Personen ins Leben rufen wurde. Über die Jahre hinweg hat sich MBSR aber auch in vielen anderen Bereichen als förderlich erwiesen und wird längst nicht mehr nur als ergänzende Therapie bei schweren Verletzungen eingesetzt.

Das Programm basiert auf vielen Inhalten des Buddhismus und fokussiert sich vollständig auf die Körperkontrolle und die Kontrolle des emotionalen Wohlbefindens. Das Grundprinzip dieser Stressbewältigungsmethode liegt in der Achtsamkeit. Also der inneren Haltung, welche sich auf die Gegenwart fixiert, ohne diese zu bewerten. Teilnehmer lernen, die Achtsamkeit richtig einzusetzen und zum Beispiel im Alltag den Stresssituationen aus dem Weg zu gehen, bzw. diese frühzeitig „entschärfen“ zu können. Praktiziert wird MBSR gleichermaßen von jungen und alten oder gesunden und kranken Menschen. Der wissenschaftliche Nutzen ist durch zahlreiche Studien belegt und mittlerweile unumstritten.

Wie funktioniert MBSR?

Die Funktionsweise von MBSR ist grundsätzlich einfach und simpel. Dennoch ist eine gewisse Bereitschaft bei jedem Menschen erforderlich, ebenso wie eine gewisse Eigeninitiative. In einem Kurs, der im besten Fall bei uns als 8-Wochen-Programm online durchgeführt wird, lernen die Teilnehmer die wichtigen Elemente des MBSR kennen und lernen, wie sie mit diesen umgehen müssen. Generell zieht sich ein Kurs über einen Zeitraum von acht Wochen, wobei außerhalb der Übungszeiten auch eigenes Training im Alltag bzw. als Ergänzung erforderlich ist. Innerhalb des Programms werden dann verschiedene Übungen durchgeführt:

  • Achtsame Körperwahrnehmung (Body-Scan)
  • Sanfte und achtsame Yoga-Übungen
  • Kennenlernen und Einüben der Sitzmeditation
  • Achtsames Ausführen von Bewegungen in der Gehmeditation
  • Achtsamkeitsübung Breathing-Space

Beim der achtsamen Körperwahrnehmung, dem sogenannten Body-Scan, handelt es sich um die vielleicht wichtigste Übung im MBSR. Mit Hilfe dieser Übung lernen wir unseren eigenen Körper intensiv kennen. Gedanklich wandern wir bis in die „letzten Ecken“ des Körpers und horchen hier einmal tief in uns hinein. Das hilft, innere Empfindungen und Gefühle wahrzunehmen – sowohl positiv als auch negativ. Zusätzlich dazu gehören unterschiedliche Yoga-Übungen zum MBSR. Hierbei handelt es sich allerdings um sanfte Yogastellungen aus dem Asana, womit die überwiegend ruhenden Körperstellungen beim Yoga gemeint sind.

Ebenfalls ein wichtiger Bestandteil im MBSR ist die Meditation. Zum einen lernen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen das sogenannte „Stille Sitzen“, welches der Sitzmeditation aus dem Zazen entspricht. Darüber hinaus wird aber auch die traditionelle Bewegungsmeditation durchgeführt. Zum Beispiel in Form der Gehmeditation. Die Achtsamkeitsübung Breathing-Space dient wiederum dazu, noch einmal alle Einflüsse auf die Körpermitte zu fokussieren und sich dann für neue Wege und Möglichkeiten zu öffnen.

Vorteile von MBSR: Was passiert mit dem Körper?

Durch das Praktizieren von MBSR entstehen verschiedene Vorteile für den Praktizierenden oder die Praktizierende. Die Erfolge sind unumstritten und konnten in den letzten Jahren bereits zahlreichen Menschen zu einem besseren Leben verhelfen. Grundsätzlich sorgt MBSR dafür, dass wir ganz anders mit verschiedenen Situationen umgehen. Hierzu gehören insbesondere die Stresssituationen. Diese können mit Hilfe der verschiedenen Techniken in ihre Einzelteile „zerlegt“ werden, so dass die einzelnen Gründe individuell angegangen werden. Die „echte“ Stresssituation und deren Auswirkungen lassen sich somit vermeiden. Dies hilft, um zum Beispiel geistigen Erkrankungen wie einem Burn-Out vorzubeugen. Zusätzlich dazu lernt unser Geist durch die neue Betrachtungsweise auf die Dinge auch, neue Lösungswege für Situationen zu entwickeln. Situationen, die uns vorher ausweglos erschienen, stellen auf einmal also kein großes Problem mehr dar.

Darüber hinaus wird aber auch die Immunabwehr gestärkt, das allgemeine Befinden verbessert oder die Vitalität gesteigert. Teilnehmer berichten zudem davon, dass die Empathie gegenüber der eigenen Person und auch anderen Menschen erhöht werden kann, Disstress und die damit verbundenen Hormone aber wiederum gesenkt. Generell lässt sich zudem sagen, dass die Gehirnaktivitäten, die mit Ängsten, Abwehr oder Depressionen in Verbindung stehen, sich zur Freude und Zufriedenheit hin verlagern.

Unterschiede zwischen MBSR und MBCT

Sowohl MBSR als auch MBCT sind wissenschaftlich anerkannte Methoden, deren Wirksamkeit in einer Reihe von Studien belegt werden konnten. In dieser Hinsicht sind sich die Ansätze also schon einmal sehr ähnlich. Allerdings gibt es auch Unterschiede. Der größte MBSR MBCT Unterschied ist sicherlich in der Zielgruppe zu finden. MBSR kann von allen Menschen praktiziert werden. Obwohl ursprünglich vor allem chronisch erkrankten Personen geholfen werden sollte, werden MBSR Kurse mittlerweile zum Beispiel auch von Unternehmen für ihre Mitarbeiter angeboten. Ein MBCT Kurs wäre hierfür weniger geeignet. Dieser Kurs zielt laut MCBT Erfahrungen ursprünglich auf Menschen ab, die bereits eine depressive Episode hinter sich haben und das Rückfallrisiko mindern wollen. Mittlerweil wird MBCT aber auch nach einem Burn-Out eingesetzt, sofern sich die Teilnehmer nicht in einer schweren Krise befinden.

Ebenfalls nicht ganz unwichtig ist mit Blick auf die Unterschiede der Umgang mit den Kosten. Die gesetzlichen Krankenkassen liefern beim MBSR für gewöhnlich einen Zuschuss, wenn dieser als Präventionskurs bzw. Gesundheitskurs für Stressbewältigung akzeptiert wird. Die Kosten für die MBCT Übungen werden von den Krankenkassen nur bei einer Zusatzversicherung für die Behandlung durch Heilpraktiker oder Ähnliches übernommen. Alternativ kann in besonderen Fällen aber auf Antrag auch ohne die Zusatzversicherung eine Kostenerstattung verlangt werden. Dies ist zum Beispiel dann zulässig, wenn in angemessener räumlicher Entfernung keine Praxis mit einer Kassenzulassung zu finden ist.

Fazit: MBSR für Jedermann, MBCT für Vorbelastungen

Die Unterschiede MBCT MBSR sind im Prinzip schnell erklärt. Bei MBSR handelt es sich um ein Programm zur Stressbewältigung, welches für Jedermann geeignet ist. Praktiziert werden kann das Training zum Beispiel als Ergänzung zu einer herkömmlichen Therapie bei einer schweren Erkrankung. Gleichzeitig aber auch zur Stressreduktion als Kurs beim Arbeitgeber. MBCT wiederum ist vor allem für die Menschen geeignet, die schon mindestens einmal eine depressive Phase in ihrem Leben durchlaufen haben. Durch die MBCT Depression Kurse (zum Beispiel MBCT Berlin oder MBCT Köln) und die gezielten Übungen wird das Risiko für einen Rückfall gemindert. Speziell mit Blick auf den MBSR Kurs ist besonders angenehm, dass dieser bequem online durchlaufen werden kann. Das Training wird auch via Internet über acht Wochen lang intensiv durchgeführt, so dass keine wichtigen Aspekte auf der Strecke bleiben. Einen Kurs für MBCT online zu durchlaufen, ist wiederum nicht zu empfehlen, da hier neben den Übungen auch viele Vorträge und visuelle Eindrücke enthalten sind.

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